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Stadt und VGem Geisenfeld  |  E-Mail: katharina.missbrandt@geisenfeld.de  |  Online: http://www.geisenfeld.de

Hügelgräber der Bronzezeit

HÜGELGRÄBER

 

Am südlichen Stadtrand von Geisenfeld-Zell befindet sich eines der größten Grabhügelfelder Süddeutschlands, die mitten im Forst - im Distrikt Geichet bei Ainau - liegen.

185 Hügelgräber einer mittelbronzezeitlichen Nekropole sind dort auf einer Fläche von 28 ha über mittlerweile 3.500 Jahre hinweg erhalten, vor allem deswegen, weil die forstliche Nutzung die Grabstellen kaum beeinträchtigt, dafür aber vor Raubgrabungen oder Bebauung schützt. Die Stadt Geisenfeld hat in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten AöR und der Unterstützung des Bürgerrings Geisenfeld einen Hügelgräber-Rundwanderweg angelegt.

Ausgangspunkt für den Wanderweg ist der Parkplatz im Waldstück, der kurz nach dem Ortsende linkerhand an der Staatsstraße Geisenfeld – Pfaffenhofen liegt.

 

Wanderrundweg bei Geisenfeld vorbei an den Hügelgräbern der Bronzezeit

 

Text: Julia Bellinghausen
Fotos: Julia Bellinghausen, Rainer-Bülent Nowak

 

Darf‘s ein wenig gruselig sein?

 

Wer am Wochenende einmal spazieren gehen möchte und dabei ein paar interessante Fakten über die Gegend mit ihrer Flora und Fauna, der Vergangenheit oder geologischen Besonderheit erfahren möchte, für den ist der nachfolgend beschriebene Rundweg bei Geisenfeld ideal. Es geht vorbei an zahlreichen Hügelgräbern, die viele hundert Jahre vor Christi Geburt angelegt wurden.

 

Schriftliche Zeugnisse oder Bauwerke haben die Menschen, die vor mehr als 3.000 Jahren die Gegend um Geisenfeld besiedelten, nicht hinterlassen. Einzig ein Material, das zu dieser Zeit erstmals und häufig verwendet wurde, die Bronze, gibt dieser Epoche ihren Namen: Bronzezeit.

 

Übrig geblieben sind eindrucksvolle Hügelgräber, in denen sie ihre Toten mit Beigaben bestatteten. Rund 180 davon aus der mittleren Bronzezeit um 1500 v. Chr. finden sich im Wald zwischen Geisenfeld und Niederlauterbach, eines der größten Gräberfelder in ganz Süddeutschland. Bestaunen kann man die Hügelgräber auf einem gut ausgebauten Rundweg.

 

Hügelbräber3

 

1983 untersucht und dokumentiert das Bayer. Landesamt für Denkmalpflege 2 Gräber in der Waldabteilung „Geaichet“.

 

Eine ausführliche Informationstafel mit Fotomaterial der 1983 bei archäologischen Untersuchungen gemachten Funde erläutert, was es mit den Begräbnisstätten auf sich hat. Die Originalfunde sind im Geisenfelder Hopfen- und Heimatmuseum aufbewahrt. Dank einer damaligen Initiative der Bayrischen Staatsforsten und unterstützt vom Bürgerring Geisenfeld, konnte man hochinteressante Details über die Kultur der Menschen erfahren, die einst hier ihre Toten beerdigten. Sie müssen wohl Kupfer aus dem Salzburger Land und Zinn aus England oder Irland zur Herstellung von Bronze importiert haben. Daraus wurden Schwerter, Dolche, aber auch Schmuck gefertigt. Auch Webtechniken kannte man zu damaliger Zeit bereits; man stellte Webpelze her, die mit Gewandnadeln und Knöpfen verziert wurden.

 

Ausgangspunkt für den Wanderweg ist ein kleiner Parkplatz auf der Staatsstraße ST 2232 zwischen Pfaffenhofen und Geisenfeld. Der Parkplatz befindet sich von Pfaffenhofen kommend noch vor Geisenfeld-Zell am Fuchsgraben auf der rechten Seite in einem kleinen Waldstück und ist kaum zu übersehen. Dort kann das Fahrzeug abgestellt werden.

 

Hügelgräber 1

 

Eine große Tafel weist den Einstieg zum weit verzweigten Wandergebiet durch den Forst. Circa 3,4 Kilometer lang ist der Rundweg um einen gut sichtbaren Teil der Hügelgräber und auch für wenig geübte Läufer gut zu bewältigen. Selbst mit einem Kinderbuggy lässt es sich hier bequem fahren. Fahrradfahrer sollten bei trockenem Wetter ebenso keinerlei Probleme bekommen. Besonders an heißen Sommertagen ist dieser Spaziergang zu empfehlen, denn man wandert gut beschattet von wunderschönen Baumriesen dahin und bekommt dennoch eine gute Portion Sonnenschein an den zahlreichen Lichtungen ab. Eine topografische Karte ist nicht notwendig, da der Weg sehr gut beschildert ist. Rund eine Stunde ist man im gemütlichen Tempo unterwegs.

 

Zunächst führt der Waldweg parallel der Staatsstraße bergab in den Wald hinein. Schon nach wenigen Metern macht die Strecke eine Biegung nach links und führt weg vom Autolärm einen schnurgeraden Pfad entlang, der in einer Kreuzung an einer Lichtung endet. Wer jetzt schon eine Pause braucht, kann sich auf einem Bänkchen niederlassen oder doch lieber weiter laufen. Rechts und sofort wieder rechts führt der Weg zu den Hügelgräbern, die man zunächst noch nicht erblicken kann. Doch alsbald, nach kaum einer halben Stunde Wanderung, gelangt man an eine große Schautafel.

 

Dahinter erheben sich deutlich und auch für Laien nicht zu übersehen die Grabhügel, die dicht mit Bäumen bewachsen sind. Ein kleiner Platz lädt hier zum Rasten und Betrachten ein. Wer es gruselig mag, der macht sich lieber an einem trüben Tag auf in den Wald und hat für seine Wandergefährten vielleicht noch eine Geistergeschichte im Gepäck und nicht nur Getränke und eine Brotzeit.

 

Hügelgräber 2

 

Vielleicht hält der eine oder andere auch andächtig inne, schließlich befindet man sich an dieser Stelle an einem ausgedehnten Friedhof, der über einen längeren Zeitraum bzw. zu unterschiedlichen Zeitabschnitten genutzt wurde. Aus dem 16. Jahrhundert vor Christus stammen die nachgewiesenen Bestattungen eines ausgegrabenen Hügels. Im Zentrum des bis zu drei Meter hohen Grabhügels war der Tote in gestreckter Rückenlage aufgebettet. Als Grabbeigaben hatten die Verstorbenen oft ihren persönlichen Besitz bei sich. Trank- und Speisebeigaben wurden in Keramikgefäßen beigestellt. Waren Steine vorhanden, so wurde eine Art Kammer mit Holzbohlen errichtet und Erde darüber aufgeschüttet. Ein solcher Grabhügel konnte schon einmal einen Durchmesser von bis zu zehn Metern aufweisen. Die o.g. Ausgrabungen im Jahr 1983 hatten an dieser Stelle Bronzewaffen eines Mannes und Schmuck einer Frau zu Tage gefördert.

 

Ausgeruht geht es den Pfad weiter und man nähert sich wieder der Staatsstraße. Der Weg biegt links ab und führt wieder in den Wald zurück. Der Wanderer hält sich weiterhin links und kommt nach einer Weile wieder zur großen Kreuzung mit ihrem Bänkchen und dem Tisch zurück.

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