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Heimbucher-Ausstellung lässt humoristische Ader aufblitzen

Bilder, Skulpturen und Fotografien aus 135 Jahren zeigen eindrücklich, dass in den Adern der Familie Heimbucher seit Generationen „Künstlerblut“ fließt. Einige der teils witzigen Exponate sind
derzeit im Klosterstock der ehemaligen Benediktinerinnen-Abtei zu sehen.

Dicht gedrängt standen die Gäste schon bei der Vernissage am Pfingstwochenende um die Bildwände, im Laufe des Wochenendes waren es über 500 Besucher auch aus der weiteren Umgebung.

 

So manches Motiv löste bei der älteren Generation Erinnerungen an die „gute alte Zeit aus“. Die Hüteeichen in der Nöttinger Viehweide etwa, die Max I. Heimbucher (1850 bis 1937) in Öl auf Karton bannte. Oder die Darstellung der Nöttinger Straße aus dem Jahre 1920, als diese noch eine richtige Allee war. Noch heute in Stein gemeißelt am Mitterbachl zu bewundern ist das von ihm entworfene Denkmal für Georg Ritter von Besnard. Nachfolger Max II. (1898 bis 1989) beweist sich mit einer realistischen Schädelstudie in Bleistift als talentierter Zeichner. Seine Jugendstil-Studien und die detailgetreuen Kopien russischer Ikonen aus dem 13./14. Jahrhundert (Temperamalerei mit Polimentvergoldung) beweisen mehr als rein handwerkliches Geschick. Josef Heimbucher (1882 bis 1973) indes beeindruckt mit Kohlezeichnungen, wie der eines Details vom Grabmal der Medici oder Graumalereien von römischen Figuren. Max III. (geboren 1932), ebenso wie seine Tochter Marianne (Jahrgang 1966) Kulturpreisträger der Stadt Geisenfeld, bereichert die Ausstellung unter anderem mit colorierten Federzeichnungen (Ritter) und einer mittels Tempera auf Papier gebannten Elster, die lebensechter nicht wirken könnte.

 

Sohn Max IV. (geboren 1968) hat sich der Kunst des Lackierens verschrieben, in der er auch den Meistertitel trägt. Unikatrahmen für Werke von Klimt oder Hundertwasser sind seine Spezialität. Marianne Heimbucher, gelernte Kirchenmalerin und Expertin der örtlichen Frühgeschichte, hat sich ebenfalls im Bereich der Unikatrahmen Rosina Wachtmeister als „Patin“ ausgesucht. Ihre „Nasen“ und der glänzende Popo mit dem Titel „Goldene Zeiten“ lassen hingegen die humoristische Ader des Clans aufblitzen. Deren bestes Beispiel ist die „Heilige Familie“ – in die Kopie des Originals, das Rogier van der Wejden im 15. Jahrhundert malte, „schmuggelte“ Opa Max die Konterfeis seiner Liebsten. Während er selber bescheiden als Beobachter an der Krippe steht, die Oma gleich daneben, gesteht er Sohn Max die Rolle eines Königs zu. Die Schwiegertochter wird zur Maria und das Jesuskind ist zunächst Enkelin Marianne vorbehalten. Nach der Geburt des Enkelsohnes wird sie mit dessen Köpfchen übermalt und darf neben dem Heiland stehen. Sogar Familienhund Spitz ist auf dem Bild verewigt.

 

Kulturreferentin Henriette Staudter dankte der Familie Heimbucher dafür, dass sie „über Generationen hinweg Geisenfeld mit ihren Kunstwerken verschönert hat“. Ein augenzwinkerndes „Vergelt’s Gott“ ging auch an Maria Stark vom Bürgerring, die sich „hartnäckig“ dafür eingesetzt hatte, dass die Exponate einmal einer breiten Öffentlichkeit gezeigt werden. Stellvertretend für die ganze kreative Familie durfte Max Heimbucher senior einen Porzellan-Löwen aus den Händen des Bürgermeisters in Empfang nehmen. Und als besondere Überraschung hatte Ludwig Sommerer noch einige Informationen zum Maler- Haus in der heutigen Maximilianstraße parat.

 

 

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