Zum Inhalt (ALT-C)
Zur Navigation (ALT-N)
Zur Startseite (ALT-S)

VG Geisenfeld mit der Stadt Geisenfeld und der Gemeinde Ernsgaden  |  E-Mail: katharina.missbrandt@geisenfeld.de  |  Online: http://www.geisenfeld.de

Kleinkunst in Unterpindhart

2001 - Hannes Hetzenecker & Karl Rockermeier

Brettl als Kleinod für ganz Geisenfeld - Pioniere der Kleinkunst in der Region erhielten 1. Kulturförderpreis der Stadt

Den erstmals gestifteten Kulturpreis der Stadt Geisenfeld bekamen am 19. Juli 2001 Hannes Hetzenecker und Karl Rockermeier für ihr 10-jähriges Engagement für die Kleinkunstbühne Unterpindhart. Die beiden Urväter der Kleinkunst in der Region, die viele, aber nicht immer ebenso erfolgreiche Nachahmer in der näheren und weiteren Region gefunden haben, nahmen die Dotierung – wie könnte es auch anders sein – im Rahmen einer Kulturveranstaltung entgegen:
Kulturpreis 2001

Im Wechsel spielten die Dellnhauser Musikanten mit dem Kabarett Stachelbär, das das Publikum im nahezu vollbesetzten Kleinkunst-Stadel mit Lokalsatire entzückte. Selbstverständlich verstanden es die Stachelbären auch die Gastgeber geschickt ins Programm einzubauen. Legendär war der Auftritt von Volker Bergmeister und Michael Eberle als Kittel beschürzte Ratschkathln, deren Spitzzüngigkeit auch vor den Geehrten des Abends nicht halt machte. So wurde der Stadt Geisenfeld kurzerhand unterstellt, sie habe nur wegen dem Rockermeier den Kanal im Ort gebaut – „weil das Kleinkunstpublikum so viel pieseln muss“.
Kulturpreisträger 2001

Und überhaupt sei der Karl ja ein ganz tüchtiger Bursch: „Es gibt ja fast schon gar kein Fleckerl mehr auf seim Grund, wo der nix hinbaut: Biergarten, Zechstube, Kabarettbühne und Stadel, Kindertheater, Ponyhof, und, und, und…“ Und dabei haben der „Rocky“ und der „Hetzi“ vor 10 Jahren ganz klein angefangen, „mit einer ganz kleinen Funzel als Scheinwerfer auf der Bühne, so dass der Eisi Gulp lieber hinterm Tresen gespielt hat, weil da das Licht besser war.“ Dies jedenfalls tat dem Erfolg des „Unternehmens Kleinkunst“ auf dem Land keinen Abbruch, im Gegenteil: Die Namen von Willi Astor und Michael Mittermeier bis hin zu Franz Benton und (jüngst) Erwin Pelzig zieren mittlerweile die Gästeliste der Veranstalter, und so manch einer kommt als „Wiederholungstäter“ immer wieder gerne. Auch der „Hallertauer Kleinkunstpreis“, den man zusammen mit der Volksbank alljährlich verleiht, genießt in der Szene einen hohen Stellenwert. Dass die Pindharter Kleinkunstbühne ein wahres Kleinod für ganz Geisenfeld ist, haben nun auch die Stadtväter erkannt, und stellvertretend für das gesamte Stadtratsgremium überreichten Kulturreferentin Anneliese Lackermair und Bürgermeister Max Steinberger an Hannes Hetzenecker und Karl Rockermeier den Preis. „Pioniere“ auf ihrem Gebiet bezeichnete die Kulturreferentin die beiden, die der Bühne einen „renommierten und über die ganze Region hinaus bekannten Namen“ gegeben haben. Bürgermeister Steinberger hingegen bescheinigte dem Kabarett und seinen Initiatoren treffliches Querdenkertum, und er versprach, „dass wir in der Politik uns weiter bemühen, den Kabarettisten Stoff zu liefern“. Dass das in der Vergangenheit zur Genüge getan wurde, bewiesen die vielen Beispiele der Stachelbären, die Zitate aus den Programmen „Mauszeit“ und „Urbi et orbi“ immer wieder mit dem entsprechenden Lokalkolorit würzten, wie sie das schon beim kabarettistischen Ascher-Freitag auf gleicher Bühne taten. Und dass auch die Veranstalter selbst bei ihrer Arbeit rund um die Kleinkunstbühne so manch kabarettreifes Abenteuer erleben, erzählten Hetzenecker und Rockermeier, nachdem sie für den Preis gedankt hatten: Als sie Werbeplakate aufhängen wollten, hielt man sie in einer Mainburger Wäscherei zunächst für zwei Arbeitssuchende und erklärt ihnen in gebrochenem Deutsch, dass man derzeit niemanden brauche. Das ging ja noch, meinte Karl Rockermeier schmunzelnd, aber in einem Supermarkt ergriffen zwei Verkäuferinnen die Flucht, weil sie in den beiden Männern Räuber vermuteten – bis der „Rocky“ und der „Hetzi“ beweisen konnten, dass sie wirklich nur mit Plakaten bewaffnet waren.

drucken nach oben