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VG Geisenfeld mit der Stadt Geisenfeld und der Gemeinde Ernsgaden  |  E-Mail: katharina.missbrandt@geisenfeld.de  |  Online: http://www.geisenfeld.de

Von Julia Bellinghausen, IZ Regional vom 14.11.2012

60 Jahre Stadterhebung Geisenfeld

Grossansicht in neuem Fenster: 60 Jahre Stadterhebung Geisenfeld

Die Stadt Geisenfeld bedankt sich bei Vitus Hollweck

für die Zurverfügungstellung der Fotos.

 

Die Kriterien sind vielfältig und nicht auf ein „entweder oder“ reduzierbar. Bei Geisenfeld, wie auch bei Vohburg war es im Jahr 1952 zumeist die große historische Bedeutsamkeit der Orte, die sie für die „Beförderung“ auszeichneten.

 

Im Jahr der Stadterhebung zählte Geisenfeld nämlich nur rund 3.100 Einwohner. Das Haushalts-volumen belief sich damals auf insgesamt 476.700 DM mit einem Gewerbesteueraufkommen von 115.000 DM.

Viele Wohnhäuser und zwei Siedlungen waren neu entstanden und Geisenfeld war als Herz des nördlichen Kreisgebiets schon lange ein bedeutender Eckpunkt.

 

Zudem zählte der Markt schon damals zu einem der ältesten und schönsten Orte in Bayern. Eine städtische Bauweise – bereits im Jahr 1370 hatte Graf Eberhardt den Ort wie eine Stadt mit Wall und Graben versehen – und der Aufbau des Marktes nach dem Krieg rechtfertigten die Erhebung zur Stadt ebenso, wie der Verweis auf eine über 900-jährige Vergangenheit.

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Die Stadt Geisenfeld bedankt sich bei Vitus Hollweck für die Zurverfügungstellung der Fotos.

 

Einstimmig hatte der Marktgemeinderat einen Antrag an die Bayerische Staatsregierung eingereicht und hatte Glück bei dem bayerischen Innenminister und stellvertretenden Ministerpräsident Dr. Wilhelm Hoegner auf ein offenes Ohr zu stoßen. Denn dem Staatsmann ging es darum, zu zeigen, dass man nicht nur der „Großkopferten“ gedenke, sondern auch den Kleinen ihre Rechte sichere.

Er erkannte wohlwollend an, dass nicht nur in München eine Stadtkultur gewachsen sei, sondern auch an vielen kleineren Orten, die Bayern nicht missen wolle. Daher sei man dazu übergegangen, auch kleineren Gemeinwesen das Stadtrecht zu verleihen.

 

In einem Meer aus rot-weiß – den Farben der Marktgemeinde – versank die junge Stadt als um 9 Uhr in der Früh sich alle Menschen zur Kirche aufmachten, wo der damalige Stadtpfarrer einen Festgottesdienst abhielt. Die Fahnenabordnungen stellten sich alsdann zum Empfang der Ehrengäste im Viereck vor dem Rathaus auf. Mit einer Ehreneskorte von Geisenfelder Motorradfahrern wurde der Staatsminister abgeholt und freudig von der Stadtkapelle begrüßt.

 

Im Fuchsbüchlersaal wurde der Festakt mit zahlreichen Gästen begangen. Bürgermeister Peter Appel ließ nach der Begrüßung die Schritte bis hin zur Unterzeichnung der Stadterhebungsurkunde Revue passieren, bevor Dr.Wilhelm Hoegner die Urkunde feierlich überreichte und der jungen Stadt „Gottes reichsten Segen, Jahrzehnte und Jahrhunderte dauernden Frieden und Glück“ wünschte.

 

Nach weiteren Reden brachte der Kirchenchor anschließend das Geisenfelder Heimatlied vor, das speziell für diesen Anlass von Anneliese Guttmann (verh. Schmid) verfasst worden und von Anton Staudacher vertont worden war.

 

Geisenfeld erfüllte zudem alle strukturellen Kriterien mit der Förderung des Wohnungs- und Siedlungsbaus, der Verbesserung von Krankenhaus und sozialen Einrichtungen und der Schaffung einer gemeindlichen Sportanlage und einer Turnhalle. Zudem führte Geisenfeld als Sitz fast sämtlicher Behörden ein gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben, das eine Eigenständigkeit gewährleistete.

 

Auch wenn anfangs viele Bürger noch etwas skeptisch waren – kam die Rangerhöhung damals doch etwas unerwartet – so waren am Tag der Ernennung alle Geisenfelder auf den Beinen. Bürgermeister Appel hatte schon Tage zuvor aufgerufen die Häuser für den 23. November 1952 festlich zu schmücken.

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